Kennzeichnung für Pferde

Nach der EG-Verordnung 504/2008 müssen Pferde, die nach dem 01. Juli 2009 geboren wurden, mit einem Transponder gekennzeichnet werden, einen Equidenpass haben und in einer zentralen Datenbank erfasst werden.

Pferde, die vor dem 01.07.2009 geboren wurden und schon einen Pass haben, brauchen nicht zusätzlich gechippt werden. Pferde, die vor dem 01.07.2009 geboren wurden und keinen Pass haben, sind mit einem Transponder zu kennzeichnen und ein Equidenpass ist hierfür auszustellen. Die Vorgaben gelten für alle Equiden, außer für Pferde also auch für Esel und Zebras sowie deren Kreuzungen.

Der Equidenpass wird in Form eines mehrseitigen, gebundenen und gelochten Dokumentes ausgestellt, das zusätzlich zu den Informationen der Eigentumsurkunde folgende Daten enthält:

  • Datum der nächsten Eindeckung der Mutterstute
  • Nummer des DNA-Tests (wenn durchgeführt)
  • Daten des Ersteigentümers
  • Daten der nachfolgenden Eigentümer (wenn bei der Zuchtorganisation beauftragt)
  • Schematische Darstellung von Abzeichen und unveränderbaren Kennzeichen (z.B. Narben)
  • Dokumentation der Impfungen
  • Dokumentation von Prämierungen (wenn vorhanden)
  • Hinweise des Veterinärs

Außerdem kann in dem Equidenpass festgelegt werden, dass das Tier „Nicht zur Schlachtung“ bestimmt ist. Für die Behandlung von solchen ausdrücklich nicht zur Schlachtung bestimmten Tieren (vor allem von Sportpferden) können auch nicht speziell für Tiere zugelassene Medikamente verwendet werden.

Verantwortlich für die Kennzeichnung und die Ausstellung des Equidenpasses ist der Tierhalter des Pferdes.

Für Pferde, die in Zuchtverbänden oder Sportverbänden organisiert sind, übernehmen die Verbände die Organisation und Durchführung der Kennzeichnung sowie die Ausstellung der Equidenässe und die Speicherung der Daten in der zentralen Datenbank. Die Pferdehalter können sich in diesen Fällen an ihre Verbände wenden.

Halter von nicht bei Zuchtverbänden eingetragenen Pferden bekommmen Tranponder und Antragsformulare für den Equidenpass auf Antrag von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, soweit nicht das jeweilige Bundeslan eine andere Stelle benannt hat – in Niedersachsen etwa ist dies der vit -Vereinigte Informationssysteme Tierhaltung w.V.

Der Transponder darf nur von einem Tierarzt oder einer anderen sachkundigen Person gesetzt werden. Diese bestätigt die Kennzeichnung auf dem Antrag des Equidenpasses. Die Ausstellung des Equidenpasses und die Speicherung der Daten in der zentralen Datenbank erfolgt durch die benannte Stelle.

Der Equidenpass enthält neben den Informationen zur Identifizierung des Pferdes Angaben zum Besitzer des Pferdes. Diese sind stets aktuell zu halten und in der zentralen Datenbank zu erfassen. Hierfür sind die Stellen zuständig, die den Equidenpass ausgestellt haben. Ein Wechsel des Besitzers ist durch den Tierhalter also der entsprechenden Stelle zu melden.

In Niedersachsen werden die Kosten für die Transponder durch die Tierseuchenkasse übernommen, sofern der Tierhalter seiner Melde- und Beitragspflicht bei der niedersächsischen Tierseuchenkasse nachgekommen ist.

Die Kosten für den Equidenpass haben die Tierhalter zu tragen. Die Kosten für die Transponder werden in einigen Bundesländern (etwa in Niedersachsen) unter bestimmten Voraussetzungen auch von den Tierseuchenkassen übernommen.